Bildung, Wissenschaft und Forschung Hessen

Befristete Verträge jetzt verlängern

Befristete Verträge jetzt verlängern

Nachfolgend eine Pressemitteilung des Landesfachbereichs.

Universitätsbeschäftigte: Befristete Verträge coronabedingt verlängern

Frankfurt, 8. Juni 2020.  ver.di fordert die hessischen Hochschulen und Universitäten auf, die neugeschaffene Möglichkeit der sechsmonatigen Verlängerung befristeter Arbeitsverträge flächendeckend zügig zu nutzen. Damit unterstützt ver.di Beschäftigteninitiativen an hessischen Hochschulen, die ein Ende der Befristungspraxis im Hochschulbereich fordern. „Über 90 Prozent Befristungen unter wissenschaftlichen Beschäftigten und bis zu 35 Prozent in den Verwaltungen sind ein Skandal, den wir schon seit Jahren anprangern. Dass die Kolleg*innen aufgrund der anhaltenden Pandemie bestraft werden, gehört sofort unterbunden. Die Bundesregierung hat vergangene Woche durch die WissZeitVG Novelle die Grundlagen geschaffen, Verträge um sechs Monate zu verlängern – der Ball liegt nun bei den Hochschulen. Betroffen sind besonders Frauen. Sie dürfen nicht die Verliererinnen der Pandemie werden“, so der ver.di Fachbereichsvorsitzende Bildung, Wissenschaft und Forschung, Stephan Schreck.

Die Gewerkschafter*innen fordern weiter, die Landesregierung müsse die Aussagen aus dem hessischen Hochschulpakt jetzt konsequent umsetzen. „Seit mehr als zwei Jahren stemmen sich Betroffene in Initiativen an hessischen Hochschulen gegen den Befristungsirrsinn. Insbesondere die Kolleg*innen in Kassel und Darmstadt haben schon mehrmals bewiesen, dass sie mobilisierungsfähig sind – ob in Kassel durch das Erkämpfen einer Personalversammlung, auf der sich das Präsidium erklären musste, oder in Darmstadt, wo in Coronazeiten mehr als 130 Beschäftigte einen offenen Brief an die Universitätsleitung adressierten. Bisher können wir uns von den Hochschulleitungen nicht ernstgenommen fühlen. Keine Hochschule war bisher willens, uns substantielle Vorschläge zur Einschränkung der jetzigen Befristungspraxis zu machen. Wir erwarten nun ein hochschulübergreifendes Entgegenkommen,“ fordert die ver.di Vertrauensfrau Choni Flöther der Universität Kassel. Bei vergangenen Tarifverhandlungen hatte die Gewerkschaft ver.di wiederholt die Befristungssituation an Hochschulen zum Thema gemacht. Bisher gab es aber kein Entgegenkommen des Landes Hessen oder der beiden autonomen Universitäten – der Goethe Universität Frankfurt und der Technischen Universität Darmstadt.

„Nun fordern wir die pauschale sechsmonatige Verlängerung aller befristeten Verträge, aber grundsätzlich gehört die skandalöse Befristungspraxis an hessischen Hochschulen insgesamt infrage gestellt. Dieses Ausmaß an Befristungen verbaut Perspektiven und macht auch Wissenschaft in unserem Land unattraktiv. Wir fordern die Schaffung entfristeter Perspektive, auch unterhalb der Professur. Wenn sich das nicht gesetzlich verändert, fordern wir das Land Hessen und die autonomen Universitäten dazu auf, mit uns verbindliche Regeln zu treffen“, betont abschließend der ver.di Fachbereichsleiter Gabriel Nyc.